Glossar · Gerät · Steuerung
RundsteuerempfängerRSE
Empfänger für tonfrequente Steuersignale des Netzbetreibers, der Kontakte für Tarifumschaltung und Lastschaltung schaltet.
Auch: RSE, Tonfrequenz-Rundsteuerempfänger, Rundsteuerung, Tonfrequenzempfänger
Ein Rundsteuerempfänger (RSE) empfängt tonfrequente Signale, die der Netzbetreiber über das Stromnetz sendet, und schaltet daraufhin einen Kontakt. Damit lassen sich Zählwerke zwischen Hoch- und Niedertarif umschalten oder Verbraucher wie Nachtspeicherheizungen und Wärmepumpen schalten. Der Netzbetreiber adressiert dabei Gruppen von Empfängern, nicht einzelne Anlagen.
Das Gerät im Foto ist ein Empfänger vom Typ AIT 7301 im Zählerschrank. Das Kopfschild nennt den Netzbetreiber, das Typenschild führt Nennspannung, Netzfrequenz und die Steuerfrequenz fs. Welche Schaltbefehle das Gerät ausführt, legt der Netzbetreiber fest und ist aus dem Foto nicht ablesbar.
Die Technik ist ein Einwegkanal: Sie empfängt Befehle, meldet den Schaltzustand aber nicht zurück und hat keinen Bezug zu einer einzelnen Anlage. Sie kommt aus der Zeit vor dem intelligenten Messsystem und steuert seit Jahrzehnten Nachtspeicherheizungen und Wärmepumpen.
Für § 14a EnWG gilt der Rundsteuerempfänger als Übergangslösung. Das Zielbild ist die Steuerung über das intelligente Messsystem mit Steuerbox, die je Anlage adressiert und den Schaltzustand zurückmeldet. Der Messstellenbetreiber darf ältere Steuerungstechnik übergangsweise weiter einsetzen, solange noch kein intelligentes Messsystem verbaut ist. Im Modell des Redispatch 2.0 taucht die Rundsteuertechnik als Steuergruppe auf: steuerbare Ressourcen, die technisch nur gemeinsam schaltbar sind.
- Gruppe
- Steuerung
- Signalart
- Tonfrequenz über das Stromnetz (Gruppensignal des Netzbetreibers)
- Richtung
- nur Empfang, keine Rückmeldung
- Typische Aufgaben
- Zählwerk auf Hoch- oder Niedertarif schalten, Schalten von Nachtspeicherheizung und Wärmepumpe
- Einbauort
- Zählerschrank
- Ablösung
- Steuerung über Smart-Meter-Gateway mit Steuerbox (Zielbild § 14a EnWG)
Am Foto erklärt 7 Markierungen
Kopfschild des Netzbetreibers
Das Schild oben nennt „Energie Versorgung Weser-Ems“ (EWE), links steht „EWE 310“ mit drei Zeilen K1 bis K3 und Kennzahlen. Rechts folgen Felder für Eigentumsnummer (E. Nr.) und Fabriknummer (Fab. Nr.), hier 90 821749. Was K1 bis K3 bedeuten, ist aus dem Foto nicht ablesbar.
Technische Daten
Die Tabelle nennt UN 230 V, fN 50 Hz, fs 175 Hz, Uf 0,55 %, Unf 0,3 %, Uc 250 V und Jc 5 A. fs bezeichnet die Steuerfrequenz, auf die der Empfänger anspricht. Was die übrigen Größen im Einzelnen festlegen, geht aus dem Foto nicht hervor.
Barcode-Aufkleber
Der Aufkleber trägt einen Barcode, das Kürzel „EWE“ und die Nummer 09705 21749.
Herstellerangaben
Aufgedruckt sind Schlumberger (Poitiers, France) und CDC Deutschland GmbH, Heidelberg.
Klemmenbereich
Am oberen Rand der dunklen Abdeckung sitzen zwei Schrauben. Die Belegung ist auf dem Foto nicht erkennbar.
Befestigungslasche
Die Lasche oben mit Schraube hält das Gerät an der Montagefläche.
Mehr dazu
Zugehörige Begriffe
Verwandte Geräte

Smart-Meter-Gateway
Zertifizierte Kommunikationseinheit, die Messwerte der Messeinrichtung sicher verarbeitet und an berechtigte Marktrollen sendet.

Nachtspeicherheizung
Elektro-Speicherheizung, die zu Schwachlastzeiten Wärme in Speichersteinen puffert; nach § 14a EnWG als Nachtstromspeicherheizung steuerbar.

Wärmepumpe
Heizt mit Strom und Umweltwärme; ab 4,2 kW Netzanschlussleistung eine steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG.

Elektronischer Drehstromzähler
Elektronischer Zähler für drei Phasen, der in Haushalten mit Kraftstrom und in Gewerbe und Industrie eingesetzt wird.

Zählerschrank
Schrank mit Zählerplätzen, in dem Zähler auf Befestigungs- und Kontaktiereinheiten stecken und der Zählerplatz plombiert wird.
