nNick Energy Atlas

Glossar · Gerät · Messung

Ferraris-Zähler

Elektromechanischer Zähler, in dem eine Aluminiumscheibe umläuft und ein Rollenzählwerk antreibt.

Auch: Induktionszähler, Drehscheibenzähler, mechanischer Zähler

Im Ferraris-Zähler erzeugen eine Spannungs- und eine Stromspule Magnetfelder, die in einer Aluminiumscheibe Wirbelströme hervorrufen. Das entstehende Drehmoment dreht die Scheibe, ein Dauermagnet bremst sie. Die Drehzahl ist damit proportional zur Leistung, die Zahl der Umdrehungen zur Energie. Ein Zählwerk mit Rollen zählt die Umdrehungen in Kilowattstunden.

Auf dem Foto ist ein Drehstromzähler mit zwei Zählwerken für Nieder- und Hochtarif (NT und HT). Darunter sitzt ein Rundsteuerempfänger, der zwischen den Tarifen umschaltet. Solche Geräte stehen als Bestandsgeräte noch in vielen Häusern; sie werden durch moderne Messeinrichtungen ersetzt.

Zur Fernablesung sind sie nicht geeignet, weil sie keine Schnittstelle haben. Der Zählerstand wird vor Ort abgelesen und in die Marktkommunikation übernommen. Beim Gerätewechsel gehört der letzte Stand des Altgeräts zur Abgrenzung der Zeiträume.

Gruppe
Messung
Messprinzip
Wirbelströme in einer Aluminiumscheibe (Ferraris-Prinzip), Umdrehungen proportional zur Energie
Anzeige
Mechanisches Rollenzählwerk, hier zwei Zählwerke für NT und HT
Kommunikationsfähigkeit
Keine, Ablesung nur vor Ort
Status
Bestandsgerät, wird durch moderne Messeinrichtungen ersetzt
Verbaut durch
Messstellenbetreiber

Am Foto erklärt 11 Markierungen

Hauptansicht

Foto: KMJ / Wikimedia Commons – CC BY-SA 3.0
  1. Zählwerk Niedertarif (NT)

    Rollenzählwerk mit Ziffern und der Einheit kWh. Es zählt die Energie, die im Niedertarif bezogen wurde. Die rote Umrandung markiert die Stelle nach dem Komma.

  2. Zählwerk Hochtarif (HT)

    Zweites Rollenzählwerk für den Hochtarif. Ein Rundsteuerempfänger schaltet zwischen beiden Zählwerken um.

  3. Tarifanzeige

    Die Pfeile neben den Aufdrucken NT und HT zeigen, welches Zählwerk gerade zählt. Im Foto ist der Pfeil beim HT hervorgehoben.

  4. Sichtfenster auf die Läuferscheibe

    Durch den schmalen Ausschnitt sieht man den Rand der Aluminiumscheibe mit ihrer Markierung. Sie dreht sich schneller, je höher die Leistung ist, und steht bei Last null still.

  5. Typenschild

    Bezeichnung Drehstromzähler, Nennspannung 3×230/400 V, Strombereich 10(60) A, Frequenz 50 Hz, Zählernummer und Schaltungsnummer.

  6. Eigentumsschild

    Der Aufdruck „HEW-Eigentum“ mit einer Nummer zeigt, dass das Gerät dem Versorger gehört und im Bestand unter dieser Nummer geführt wird.

  7. Rundsteuerempfänger

    Unter dem Zähler sitzt ein Rundsteuerempfänger (Aufdruck Z15-11) mit zwei Leuchtdioden K1 und TR. Er empfängt Steuersignale des Netzbetreibers, die über das Stromnetz gesendet werden, und schaltet damit Tarife.

Geöffnet

Foto: Ulfbastel / Wikimedia Commons – CC BY-SA 3.0
  1. Rollenzählwerk

    Die Rollen tragen die Ziffern. Eine Schnecke auf der Achse der Scheibe treibt sie über ein Getriebe an.

  2. Läuferscheibe

    Aluminiumscheibe mit roter Markierung am Rand. Sie sitzt auf einer senkrechten Achse; die Wirbelströme im Spulenfeld treiben sie an. In diesem Drehstromzähler sind mehrere Scheiben übereinander auf einer Achse.

  3. Spulen

    Die kupferfarbenen Wicklungen gehören zu den Strom- und Spannungsspulen. Ihr Wechselfeld erzeugt in der Scheibe das Drehmoment.

  4. Anschlussklemmen

    Am unteren Rand liegen die Klemmen für Netz und Anlage. Ihre Abdeckung wird plombiert.

Mehr dazu

Zugehörige Begriffe

Verwandte Geräte