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Kurzantwort
Die Messlokations-ID (MeLo-ID) identifiziert die Messlokation als fachliches Objekt der Marktkommunikation. Sie sagt, wo und in welchem Messzusammenhang Messwerte entstehen. Sie ist damit weder die Identität des Kunden noch die des Zählers. Ein Zähler kann ausgetauscht werden, während die Messlokation bestehen bleibt; umgekehrt kann eine neue Messlokation entstehen, obwohl die Anschlussadresse unverändert bleibt.
Die MeLo-ID identifiziert den Messort im Prozess. Die Zählernummer identifiziert das konkrete Gerät. Die MaLo-ID identifiziert das energiewirtschaftliche Liefer- oder Einspeiseobjekt.
Was identifiziert die MeLo-ID?
Eine Messlokation bündelt den fachlichen Messzusammenhang, der für die Erfassung und Übermittlung von Messwerten relevant ist. Dazu gehören insbesondere der Messort, das Messkonzept, die zugehörigen Messeinrichtungen und die Messwerte. Die ID ist der stabile Bezugspunkt, mit dem Marktpartner in WiM-Prozessen auf diesen Zusammenhang verweisen.
Die ID beschreibt nicht automatisch eine einzelne physische Hardware. Bei einem Gerätewechsel bleibt der fachliche Messzusammenhang häufig erhalten. Historisch müssen Einbau, Ausbau und Gültigkeitszeiträume des jeweiligen Geräts trotzdem nachvollziehbar bleiben.
| Begriff | Identifiziert | Typische Verwendung | Nicht gleichbedeutend mit |
|---|---|---|---|
| MeLo-ID | Messlokation und Messzusammenhang | Messauftrag, Messwerte, Gerätezuordnung | Zählernummer |
| MaLo-ID | Marktlokation | Lieferung, Einspeisung, Bilanzierung | Messort |
| Zählernummer | konkretes Messgerät | Einbau, Ausbau, Ablesung, Inventar | MeLo-ID |
| Zählpunktbezeichnung | technische bzw. netzbezogene Kennzeichnung eines Zählpunkts | technische Identifikation und Zuordnung | MaLo-ID |
| Kundennummer | Geschäftsbeziehung beim Marktpartner | Vertrag und Abrechnung | jede Lokations-ID |
Eine Adresse ist kein verlässlicher Ersatz für eine ID. Auf einem Grundstück können mehrere Messlokationen, Marktlokationen oder Zähler existieren. Für einen Prozess zählt die zum Stichtag gültige Identifikation.
ID, Gerät und Messwert richtig verbinden
Ein Messwert ist erst zusammen mit Zeitintervall, Einheit, Richtung, Register und Status fachlich auswertbar. Die MeLo-ID stellt den Bezug zur Messlokation her; die Geräte- und Registerdaten erklären, wie der Wert technisch entstanden ist.
| Prüffeld | Frage |
|---|---|
| Lokation | Ist die MeLo-ID im betrachteten Zeitraum gültig? |
| Gerät | Welche Zählernummer war zwischen Einbau und Ausbau aktiv? |
| Register | Welches Register und welche OBIS-Kennzahl beschreiben den Wert? |
| Zeit | Passt der Messzeitraum zum Prozess und zur Abrechnung? |
| Status | Ist der Wert gemessen, geschätzt, ersetzt oder korrigiert? |
| Zuordnung | Wird der Wert für die richtige MaLo beziehungsweise NeLo verwendet? |
Typische Prozessfälle
Beim Gerätewechsel endet die Zuordnung des alten Geräts zur Messlokation und die des neuen Geräts beginnt. Die MeLo kann dabei bestehen bleiben. Beim Lieferantenwechsel ändert sich in der Regel die Zuordnung zur MaLo, nicht die Messlokation. Bei einer Änderung des Messkonzepts kann sich der Messzusammenhang so verändern, dass Lokations- und Gerätebeziehungen neu geprüft werden müssen.
Bei einer Fehlersuche immer zuerst die Kombination aus MeLo-ID, Gültigkeitszeitraum und Zählernummer sichern. Erst danach Messwert, Register und MaLo-Zuordnung prüfen. So wird vermieden, dass ein korrekter Wert dem falschen Gerät oder Zeitraum zugeordnet wird.
Begriffsabgrenzung
Messstelle ist der gesetzliche beziehungsweise technische Oberbegriff für die Gesamtheit der Einrichtungen zur Messung und gegebenenfalls Steuerung. Messlokation ist das fachliche Marktkommunikationsobjekt, das diesen Messzusammenhang identifiziert. Messlokations-ID ist die Kennung dieses Objekts. Zählpunkt bezeichnet den Punkt, an dem eine Messung oder technische Zuordnung erfolgt; die konkrete Zählpunktbezeichnung ist davon zu unterscheiden. MaLo-ID und MeLo-ID dürfen nicht vertauscht werden.
Konkrete ID-Regeln, Codelisten und Prozessvorgaben können sich durch Festlegungen und Formatversionen ändern. Für Abrechnung und Implementierung sind deshalb die am Stichtag gültigen WiM- und EDI@Energy-Dokumente maßgeblich.
Quellen
- Bundesnetzagentur: WiM Strom
- Bundesnetzagentur: WiM Teil 1 – Basis-Prozesse
- Messstellenbetriebsgesetz § 2
- BDEW: EDI@Energy und Codelisten
Primärquellen zum Nachlesen
- Bundesnetzagentur – WiM Strombundesnetzagentur.de
- Bundesnetzagentur – WiM Teil 1, Lesefassungbundesnetzagentur.de
- Messstellenbetriebsgesetz § 2 – Begriffsbestimmungengesetze-im-internet.de
- BDEW – Anwendungshilfe zur Codeliste der Identifikatorenbdew.de
