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Kurzantwort
Die Marktlokation ist der energiewirtschaftliche Ort, an dem Energie erzeugt oder verbraucht und als eine Einheit bilanziert und beliefert wird. Die Bundesnetzagentur beschreibt sie im A-Z-Glossar als Einspeise- oder Entnahmestelle, die mit mindestens einer Leitung an ein Netz angebunden ist und eine unveränderliche Kennung trägt. Der BDEW nennt sie in seinem Foliensatz zu Markt- und Messlokation ein bilanzierungs- und abrechnungstechnisches Konstrukt. Eine Marktlokation ist damit ein Marktobjekt und kein Bauteil im Zählerschrank. Sie kann bestehen, ohne dass an ihr selbst gemessen wird.
Jede Marktlokation trägt seit dem 1. Februar 2018 eine Marktlokations-Identifikationsnummer, kurz MaLo-ID. Der Netzbetreiber vergibt sie, sie ist elfstellig, rein numerisch und bundesweit eindeutig, und sie bleibt gleich, solange die Marktlokation existiert. Die Festlegungen BK6-16-200 und BK7-16-142 haben diesen Codenummerntyp eingeführt. In der GPKE, in der MaBiS und im Redispatch verweist jeder Vorgang, der Belieferung oder Bilanzierung betrifft, auf diese ID. Die Messung dagegen läuft über die [[die-messlokation]] mit ihrer eigenen Kennung.

Was die Marktlokation beschreibt
Der deutsche Energiemarkt kannte lange viele Wörter für dasselbe: Lieferstelle, Entnahmestelle, Ausspeisestelle, Zählpunkt. Die Anwendungshilfe zur MaLo-ID hält fest, dass diese Begriffe teils dasselbe Objekt meinen und teils verschiedene Betrachtungsebenen mischen, nämlich die technische Sicht und die bilanzierungs- und abrechnungsrelevante Sicht. Das Rollenmodell für die Marktkommunikation trennt diese Ebenen. Die Marktlokation trägt die kaufmännische Sicht, die Messlokation die messtechnische.
Eine Marktlokation entspricht einer Einspeise- oder Entnahmestelle im Sinne der Netzzugangsverordnungen. An ihr setzen der Liefervertrag zwischen Lieferant und Anschlussnutzer, die Netznutzungsabrechnung und die Zuordnung zu einem Bilanzkreis an. Die Energiemenge einer Marktlokation ergibt sich aus Messwerten, aus einer pauschalen Vereinbarung oder aus einer Rechnung über mehrere Messwerte. Der Ort der Energieumwandlung bleibt physisch, die Marktlokation als Objekt bleibt eine Rechengröße darüber.
| Begriff | Sicht | Identifikator |
|---|---|---|
| Marktlokation | Belieferung, Bilanzierung, Netznutzungsabrechnung | MaLo-ID |
| Messlokation | Messung, Mess- und Kommunikationstechnik | Zählpunktbezeichnung |
| Netzlokation | Anbindung an das Netz, Netz- und Umspannebene | Netzlokations-ID |
| technische Ressource | Erzeugungs- oder Verbrauchseinheit an der Marktlokation | Ressourcen-ID |
Der Netzbetreiber bildet, verwaltet und schließt die Marktlokation. Er entscheidet, welche Messlokationen zu ihr gehören und wie ihre Energiemenge gerechnet wird. Details zu den übrigen Objekten stehen in [[netzlokation-und-technische-ressource]] und [[lokationsbuendel-und-lokationsstruktur]].
Die MaLo-ID: Aufbau und Vergabe
Die MaLo-ID ist eine rein numerische, elfstellige Codenummer. Stelle 1 kennzeichnet die Vergabestelle, die Stellen 2 bis 10 tragen die laufende Nummer, Stelle 11 ist die Prüfziffer. Die Ziffern 1 bis 3 an Stelle 1 stehen für den DVGW als Vergabestelle, die Ziffern 4 bis 9 für den BDEW. Diese Angabe sagt nichts über die Sparte aus. Jede MaLo-ID kann einer Strom-Marktlokation, einer Gas-Marktlokation oder einer Tranche zugeordnet werden, aber immer nur einer.
| Stelle | Inhalt | Zulässige Zeichen | Vergabe |
|---|---|---|---|
| 1 | Vergabestelle, 1 bis 3 DVGW, 4 bis 9 BDEW | 1 bis 9 | automatisiert vergeben |
| 2 bis 10 | laufende Nummer | 0 bis 9 | automatisiert vergeben |
| 11 | Prüfziffer | 0 bis 9 | automatisiert berechnet |
Der Netzbetreiber beantragt die benötigte Menge an MaLo-IDs bei der Energie Codes und Services GmbH oder bei der DVGW Services und Consult GmbH. Die Vergabestellen geben die Nummern nur einmalig aus. Die Zuordnung zu einer konkreten Marktlokation macht der Netzbetreiber. Auch bei einem Netzbetreiberwechsel bleibt die MaLo-ID unverändert. Sie erscheint auf der Stromrechnung und dient dem Anschlussnutzer und den Marktpartnern als eindeutiger Bezug.
Das Prüfziffernverfahren
Die Prüfziffer folgt dem Lok- und Waggon-Kennzeichnungsverfahren. Grundlage sind die ersten zehn Ziffern. Position 1 ist dabei die erste Ziffer von links. Das Verfahren läuft in vier Schritten:
- Quersumme aller Ziffern in ungerader Position, also der Positionen 1, 3, 5, 7 und 9.
- Quersumme aller Ziffern in gerader Position, also der Positionen 2, 4, 6, 8 und 10, dann mal 2.
- Summe der Ergebnisse aus Schritt 1 und Schritt 2.
- Differenz dieser Summe zum nächsten Vielfachen von 10. Ergibt sich dabei 10, gilt die Prüfziffer 0.
Die Anwendungshilfe rechnet das an der Ziffernfolge 4137355924 vor. Die folgende Tabelle zeigt jeden Schritt.
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Ziffernfolge Stellen 1 bis 10 | 4 1 3 7 3 5 5 9 2 4 | |
| a) Quersumme ungerade Positionen | 4 + 3 + 3 + 5 + 2 | 17 |
| b) Quersumme gerade Positionen, mal 2 | (1 + 7 + 5 + 9 + 4) mal 2 | 52 |
| c) Summe aus a und b | 17 + 52 | 69 |
| d) Differenz zum nächsten Vielfachen von 10 | 70 - 69 | 1 |
| Prüfziffer | 1 | |
| vollständige MaLo-ID | 41373559241 |
Die Rechnung fängt jeden Zahlendreher ab, der die Quersumme verschiebt. Eine falsch abgetippte MaLo-ID scheitert deshalb meist schon an der Prüfziffer, bevor eine Marktnachricht überhaupt zugeordnet wird.
Eigenschaften genau einer Marktlokation
Eine Marktlokation bilanziert Energiemengen in genau einer Versorgungsrichtung. Der BDEW-Foliensatz unterscheidet daher grundsätzlich zwischen erzeugenden und verbrauchenden Marktlokationen. Ein Zweirichtungszähler an einem Haus mit Photovoltaik führt deshalb zu zwei Marktlokationen, einer für den Bezug und einer für die Einspeisung.
| Merkmal | Ausprägung je Marktlokation |
|---|---|
| Energierichtung | genau eine, Entnahme oder Einspeisung |
| Bilanzierungsmethode | eine, standardisiertes Lastprofil oder registrierende Leistungsmessung |
| Bilanzkreis | genau einer je Zeitscheibe |
| Lieferant | genau einer je Zeitscheibe, Ausnahme Tranche |
| Netzbetreiber | genau einer |
| Regelzone und Bilanzierungsgebiet | je genau eines |
| Prognosegrundlage | Jahresverbrauchsprognose oder Lastgang |
| Identifikator | eine MaLo-ID, dauerhaft |
Aus der Bilanzierungsmethode folgt der Datenfluss. Eine Marktlokation mit standardisiertem Lastprofil wird über ein Profil und eine Jahresverbrauchsprognose bilanziert, der Netzbetreiber meldet die Werte turnusmäßig. Eine Marktlokation mit registrierender Leistungsmessung liefert Lastgänge in festen Zeitintervallen. Die MaBiS aggregiert die Zeitreihen je Bilanzierungsgebiet und ordnet sie den Bilanzkreisen zu. Eine Marktlokation, die das Bilanzierungsgebiet wechselt, weil sich die Netzstruktur ändert, behält ihre MaLo-ID und bekommt eine neue Gebietszuordnung.
Marktlokation und Messlokation
Zwischen Marktlokation und Messlokation gibt es keine feste Kardinalität. Der BDEW-Foliensatz zeigt fünf Grundfälle. Die Zuordnung der Messlokationen zur Marktlokation nimmt der Netzbetreiber vor, und er legt fest, mit welchem Vorzeichen ein Messwert in die Energiemenge der Marktlokation eingeht.
| Beziehung | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| 1:1 | eine Messlokation misst die Energie einer Marktlokation | Einfamilienhaus mit einem Bezugszähler |
| 1:n | die Energie einer Marktlokation ergibt sich aus mehreren Messlokationen | Anlage mit zwei Netzanschlusspunkten, Werte werden addiert |
| 1:n mit Abzug | Hauptmessung minus Untermessung | Gebäude mit herausgelöstem Unterzähler |
| n:1 | eine Messlokation speist mehrere Marktlokationen | Zweirichtungszähler für Bezugs- und Erzeugungs-Marktlokation |
| 0:1 | keine Messung, die Energiemenge wird pauschal vereinbart | Straßenbeleuchtung, Kabelverzweiger |
Der Fall 0:1 ist die rechnerische oder pauschale Marktlokation. Sie hat eine MaLo-ID, aber keine zugeordnete Messlokation. Lieferant und Netzbetreiber vereinbaren eine feste Energiemenge. Auch die 1:n-Fälle enthalten Rechnung: Wo ein Energiefluss messtechnisch nicht direkt erfasst wird, entsteht die Menge der Marktlokation aus einer Verknüpfung mehrerer Messwerte, oft mit Verteilschlüsseln.
Typische Konstellationen
Die folgende Tabelle ordnet gängige Anschlusssituationen den Objekten zu. Sie zeigt die bilanzielle Sicht, nicht ein konkretes Messkonzept.
| Fall | Marktlokationen | Messlokationen | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Haushalt ohne Erzeugung | 1 Entnahme | 1 | 1:1, meist standardisiertes Lastprofil |
| Einfamilienhaus mit PV-Überschusseinspeisung | 2, Entnahme und Erzeugung | 1 Zweirichtungszähler | n:1, eine Messlokation speist beide Marktlokationen |
| PV-Volleinspeisung | 1 Erzeugung, dazu 1 Entnahme für den Eigenbedarf | 1 bis 2 | Erzeugung wird getrennt bilanziert und vermarktet |
| Hauptzähler mit Unterzähler | 1 oder mehr | mehrere | Summenbildung Hauptmessung minus Untermessung |
| Anlage mit mehreren Netzanschlusspunkten | 1 | mehrere | 1:n, Messwerte werden addiert |
| Batteriespeicher | je nach Konzept 1 bis 2 | 1 bis 2 | Lade- und Entladerichtung, je nach Betrieb eigene Marktlokation |
| Straßenbeleuchtung, pauschal | 1 Entnahme | 0 | rechnerische Marktlokation ohne Messung |

Strom und Gas
Die MaLo-ID gilt in beiden Sparten. Alle Marktlokationen im Strom- und Gasbereich, Einspeisung wie Entnahme, tragen seit dem 1. Februar 2018 eine MaLo-ID. Tranchen gibt es nur im Strombereich, sie werden ebenfalls mit einer MaLo-ID identifiziert.
| Aspekt | Strom | Gas |
|---|---|---|
| Gemessene Größe | elektrische Arbeit in kWh | Betriebsvolumen in Kubikmeter, daraus Energie in kWh |
| Umrechnung | direkt | über Zustandszahl und Brennwert je Netzgebiet |
| Tranchen | möglich | nicht vorgesehen |
| Bilanzierung | MaBiS, Bilanzkreise je Regelzone | Bilanzkreise je Marktgebiet, GeLi Gas und GaBi Gas |
Netzkoppelpunkte, Summenzeitreihen aus der MaBiS, Gasspeicher und Marktgebietsübergabepunkte sind weder Marktlokationen noch Tranchen. Sie behalten die Zählpunktbezeichnung als Identifikator.
Die Marktlokation in den Marktprozessen
Jeder Marktprozess arbeitet mit dem Objekt, das seiner Aufgabe entspricht. Die Marktlokation und ihre MaLo-ID stehen dort, wo es um Belieferung, Zuordnung und Bilanzierung geht. Die Messlokation und ihre Zählpunktbezeichnung stehen dort, wo es um Geräte und Messwerte geht.
| Prozess | Bezugsobjekt | Was die MaLo-ID hier leistet |
|---|---|---|
| GPKE | Marktlokation | Lieferbeginn, Lieferende, An- und Abmeldung, Stammdatenänderung referenzieren die MaLo-ID |
| WiM | Messlokation | Messstellenwechsel und Gerätewechsel laufen über die Zählpunktbezeichnung, die MaLo-ID stellt den Bezug zur Belieferung her |
| MaBiS | Marktlokation und Bilanzierungsgebiet | Zuordnung zu Bilanzkreis und Bilanzierungsgebiet, Eingang in die aggregierten Zeitreihen |
| Redispatch | Netzlokation, technische Ressource | Eingriffe adressieren Netzlokation und Ressource, die Marktlokation trägt die bilanzielle Nachbildung |
Zwischen Netzbetreiber und Messstellenbetreiber kommt das Lokationsbündel dazu. Es fasst alle Markt- und Messlokationen zusammen, die messtechnisch zusammenhängen, damit der Messstellenbetreiber den vollen Umfang kennt. Das Bündel selbst trägt keinen Identifikator, kommuniziert werden die enthaltenen MaLo-IDs und Zählpunktbezeichnungen. Mehr dazu in [[lokationsbuendel-und-lokationsstruktur]] und zur Datenbasis der Messung in [[zaehlwerk-und-zaehlwerksdaten]].
Historie: vom Zählpunkt zu Markt- und Messlokation
Vor 2018 identifizierte die Zählpunktbezeichnung beide Sichten gemeinsam, die kaufmännische und die messtechnische. Solange an einer Entnahmestelle genau ein Zähler saß, fielen Markt- und Messsicht zusammen, und eine ID reichte. Mit dem Zubau von Erzeugung, Unterzählung und getrennten Messkreisen brach diese 1:1-Beziehung. Die MaKo-Reform trennte die Objekte und gab der Marktlokation einen eigenen Identifikator.
| Zeitpunkt | Stand |
|---|---|
| vor 2018 | Zählpunktbezeichnung für Markt- und Messsicht gemeinsam |
| 20.12.2016 | Festlegungen BK6-16-200 und BK7-16-142, MaLo-ID beschlossen |
| 01.06.2017 | Start der Codevergabe bei BDEW und DVGW |
| bis 30.11.2017 | Netzbetreiber ordnen allen bestehenden Marktlokationen eine MaLo-ID zu |
| 31.01. bis 01.02.2018 | Marktkommunikation ausgesetzt, Umstellung auf die MaLo-ID |
| seit 01.02.2018 | Marktlokationen und Tranchen ausschließlich über die MaLo-ID |
| ab 2020 | Lokationsbündelstruktur im Austausch zwischen Netzbetreiber und Messstellenbetreiber |
| 2024 und 2025 | GPKE-Neufassung mit Kapitel 3.2 zu Lokationen und ihren Beziehungen |
Die Zählpunktbezeichnung ist nicht verschwunden. Sie identifiziert weiterhin die Messlokation und einzelne Sonderobjekte. Für die Marktlokation gilt seit dem Stichtag ausschließlich die MaLo-ID, auch rückwirkend für Prozesse und Abrechnungen, die Zeiträume vor Februar 2018 betreffen.
Praxisbeispiel: Einfamilienhaus mit PV-Überschusseinspeisung
Ein Einfamilienhaus hat einen Netzanschluss und einen Zweirichtungszähler. Die Photovoltaikanlage speist den Überschuss ein, den das Haus nicht selbst verbraucht. Der Netzbetreiber bildet daraus zwei Marktlokationen an einer Messlokation.
| Objekt | Rolle | Identifikator |
|---|---|---|
| Messlokation | Zweirichtungszähler, misst Bezug über 1-0:1.8.0 und Einspeisung über 1-0:2.8.0 |
Zählpunktbezeichnung, 33-stellig, beginnt mit DE |
| Marktlokation Bezug | Entnahme, standardisiertes Lastprofil, von einem Stromlieferanten beliefert | MaLo-ID 57891234562 |
| Marktlokation Erzeugung | Einspeisung, PV-Überschuss, Einspeisevergütung oder Direktvermarktung | MaLo-ID 57891234570 |
Die Bezugs-MaLo-ID 57891234562 entsteht aus der laufenden Nummer 5789123456 und der berechneten Prüfziffer:
| Position | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ziffer | 5 | 7 | 8 | 9 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 2 |
| Bedeutung | Vergabestelle BDEW | laufende Nummer | Prüfziffer |
Die Prüfziffer Schritt für Schritt:
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| a) ungerade Positionen 1, 3, 5, 7, 9 | 5 + 8 + 1 + 3 + 5 | 22 |
| b) gerade Positionen 2, 4, 6, 8, 10, mal 2 | (7 + 9 + 2 + 4 + 6) mal 2 | 56 |
| c) Summe aus a und b | 22 + 56 | 78 |
| d) Differenz zum nächsten Vielfachen von 10 | 80 - 78 | 2 |
| Prüfziffer | 2 | |
| vollständige MaLo-ID | 57891234562 |
Für die Erzeugungs-MaLo mit der laufenden Nummer 5789123457 ergibt Schritt b die Quersumme 7 + 9 + 2 + 4 + 7 = 29, mal 2 also 58. Die Summe aus Schritt c ist 22 + 58 = 80. Da 80 bereits ein Vielfaches von 10 ist, ergibt Schritt d den Wert 10, und die Prüfziffer ist 0. Die vollständige ID lautet 57891234570.
Wechselt das Haus den Stromlieferanten, meldet der neue Lieferant den Lieferbeginn über 57891234562. Die Einspeisung bleibt davon unberührt, sie hängt an 57891234570. Der Zweirichtungszähler und seine Zählpunktbezeichnung ändern sich bei einem reinen Lieferantenwechsel nicht.
Typische Missverständnisse
„Die MaLo-ID steckt im Zähler und ändert sich beim Zählertausch.“
Die MaLo-ID hängt an der Marktlokation. Ein Zählertausch betrifft die Messlokation und lässt die MaLo-ID unberührt.
„Jede Marktlokation hat genau eine Messlokation.“
Möglich sind 1:1, 1:n, n:1 und der Fall ganz ohne Messung. Unterzähler, getrennte Messkreise und Zweirichtungszähler brechen die 1:1-Sicht.
„Die MaLo-ID verrät, ob es sich um Strom oder Gas handelt.“
Nein. Stelle 1 trennt nur die Vergabestellen BDEW und DVGW. Jede MaLo-ID kann Strom, Gas oder eine Tranche kennzeichnen.
„Eine PV-Anlage mit Überschusseinspeisung braucht nur eine Marktlokation.“
Bezug und Einspeisung sind zwei Bilanzierungsrichtungen. Der Netzbetreiber führt dafür zwei Marktlokationen mit zwei MaLo-IDs an einer Messlokation.
„Die Prüfziffer ist eine frei vergebene Stelle.“
Sie folgt dem Lok- und Waggon-Verfahren über die ersten zehn Ziffern. Eine falsch getippte MaLo-ID fällt dadurch meist sofort auf.
Quellen und Pflegehinweis
Die Definition der Marktlokation folgt dem A-Z-Glossar der Bundesnetzagentur und dem Rollenmodell für die Marktkommunikation, wie es der BDEW-Foliensatz wiedergibt. Aufbau und Prüfziffernverfahren der MaLo-ID stehen in der BDEW-Anwendungshilfe „Die neue Marktlokations-Identifikationsnummer” und in der Anwendungshilfe der Bundesnetzagentur zu BK6-16-200 und BK7-16-142. Die Beziehungen zu Messlokation, Netzlokation und Lokationsbündel und die Einbindung in GPKE, WiM und MaBiS sind in der jeweils aktuellen Lesefassung der Festlegungen beschrieben. Vor einer konkreten Umsetzung immer die geltende Fassung von GPKE Teil 1, MaBiS und den EDI@Energy-Anwendungshandbüchern prüfen.
- Bundesnetzagentur: Marktlokation (A-Z-Glossar)
- Bundesnetzagentur: Anwendungshilfe zur Marktlokations-ID (BK6-16-200 / BK7-16-142)
- BDEW: Anwendungshilfe „Die neue Marktlokations-Identifikationsnummer”, Version 1.0
- BDEW: Foliensatz „Marktlokation und Messlokation”, Version 1.4
- Bundesnetzagentur: GPKE Teil 1, Lesefassung (BK6-24-174)
- Bundesnetzagentur: MaBiS, Lesefassung (BK6-24-174)
- Bundesnetzagentur: Konzept zur Übermittlung der Lokationsbündelstruktur
- StromNZV § 2: Begriffsbestimmungen
- EnWG § 3: Begriffsbestimmungen
- EDI@Energy: Datenformate für die Marktkommunikation
- BDEW-MaKo: Marktkommunikation
Abrufdatum aller Quellen: 8. September 2026.
Primärquellen zum Nachlesen
- Bundesnetzagentur – Marktlokation (A-Z-Glossar)bundesnetzagentur.de
- Bundesnetzagentur – Anwendungshilfe zur Marktlokations-ID (Mitteilung Nr. 2 zu BK6-16-200 und BK7-16-142)bundesnetzagentur.de
- BDEW – Anwendungshilfe „Die neue Marktlokations-Identifikationsnummer", Version 1.0bdew-codes.de
- BDEW – Foliensatz „Marktlokation und Messlokation. Grundlagen und Anwendungsbeispiele", Version 1.4bdew.de
- Bundesnetzagentur – GPKE, Lesefassung Teil 1 (Beschluss BK6-24-174)bundesnetzagentur.de
- Bundesnetzagentur – MaBiS, Lesefassung (Beschluss BK6-24-174)bundesnetzagentur.de
- Bundesnetzagentur – Konzept zur Übermittlung der Lokationsbündelstrukturbundesnetzagentur.de
- Bundesnetzagentur – Bilanzkreisabrechnung Strom (MaBiS), Themenseitebundesnetzagentur.de
- StromNZV § 2 – Begriffsbestimmungengesetze-im-internet.de
- EnWG § 3 – Begriffsbestimmungengesetze-im-internet.de
- EDI@Energy – Datenformate für die Marktkommunikation (UTILMD Strom)edi-energy.de
- BDEW – Marktkommunikation (BDEW-MaKo)bdew-mako.de
